Produktionstagebuch Bunbury

Ein bisschen mehr Ernst täterätäte uns allen gut!

Das Tagebuch für die aktuelle Sommerproduktion  Bunbury- Ernst ist das Leben  ist aufgeschlagen. Verschiedene Mitglieder des Koblenzer Jugendtheaters halten euch hier über die aktuellen Produktionsabläufe, Klatsch und Tratsch auf den Probebühnen und die Cast auf dem Laufenden. Euch erwarten verschiedene Beiträge in Wort, Ton und (Bewegt)bild. Es lohnt sich also, immer mal wieder hier vorbei zu schauen. Außerdem könnt ihr unsere Produktion auf Instagram verfolgen.

Inhalt

Um die Verlockungen der Großstadt ungestört genießen zu können, hat sich Jack einen Bruder namens Ernst erfunden, unter dessen Namen er in der Stadt seinen Interessen nachgeht. Als Ernst hat er auch Algernon kennengelernt, um dessen Cousine Gwendolen er wirbt. Algernon wiederum entgeht gerne lästigen gesellschaftlichen Verpflichtungen unter dem Vorwand, seinen kranken Freund Bunbury besuchen zu müssen.

Als Algernon zufällig von Jacks Doppelleben erfährt, erscheint er in Jacks Abwesenheit als dessen Bruder Ernst auf Jacks Landsitz. Dort verliebt er sich in Jacks Ziehtochter Cecily. Sowohl Cecily als auch Gwendolen sind der festen Überzeugung, nur ein Mann mit Namen Ernst sei heiratbar. So kommt es zu einigen Verwicklungen, als die wahren Identitäten von Jack und Algernon ans Licht kommen …

Dienstag, 14. Juli 2020

Probenbeginn

Zum ersten Mal kommt das Ensemble in der KUFA zusammen, um gemeinsam den Text zu lesen. Zuvor aber stellt Regisseur Christan Binz, das von ihm gestaltete Bühnen- und Kostümbild vor. Die eleganten Garderoben gefallen offenbar den Darstellern. Das Bühnenbild bleibt einfach.

Beim lauten Lesen wird auch gerne mit Betonungen gespielt, um die Dialoge lebendig zu machen. Es bleiben nur vier Wochen, dann muss der anspruchsvolle Text perfekt gesprochen werden und das ist angesichts mancher Ausdrücke des Englischen gar nicht so einfach, z. B. Hertfordshire ist in der korrekten Aussprache „Hertffodscha“ oder die Namen: wie Algy, Miss Prism, Cecily Cardew…

Der intelligente, beißende Wortwitz in den Dialogen ruft einige Lacher hervor:

„Deine charakterliche und intellektuelle Schlichtheit macht dich so schön unverständlich für mich“

Die Oberflächlichkeit der Figuren ist herrlich komisch, so wollen die Frauen nur einen Mann heiraten, der mit Vornamen „Ernst“ heißt. Große Dramatik auch an dieser Stelle:

„Sie haben meinen armen unschuldigen Tee mit Zuckerwürfeln gesteinigt und obwohl ich Sie laut und deutlich um Weißbrot mit Butter gebeten hatte, geben Sie mir diese eklige Gurke da.“

Überhaupt spielen Gurken eine exponierte Rolle. 90 Minuten dauert die Leseprobe und danach geht durch die Runde ein großes „Uff! So viel Text! So schwieriger Text!“ Der Regisseur: „Na dann solltet ihr jetzt sofort anfangen mit dem Lernen.!“ Das Stück funktioniert über den Text und viele Passagen müssen temporeich  gesprochen werden, damit es effektvoll wird. Vor den Darstellern liegt ein hartes Stück Arbeit aber alle gehen mit fröhlichen Gesichtern aus dem Saal.

Nur einige bleiben noch für die erste Anprobe. Schon morgen steht die nächste Probe an.

Autor: Olaf Wiese