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HANDLUNG

1. Akt

Amélies Kindheit ist ungewöhnlich still. Ihr Vater, ein ehemaliger Militärarzt, meidet körperliche Nähe. Berührungen erlebt sie nur bei seinen monatlichen Untersuchungen. Weil ihr Herz dabei heftig schlägt, hält er sie für herzkrank. Aus Sorge bleibt Amélie zu Hause und wächst weitgehend ohne den Kontakt zu anderen Kindern auf.

Beim Besuch von Notre-Dame stirbt ihre Mutter durch einen tragischen Zufall. Ihr Vater zieht sich daraufhin noch stärker in sich zurück, während Amélie beginnt, sich in ihre eigene Fantasiewelt zu flüchten.

Jahre später verlässt sie ihr Elternhaus und zieht nach Paris. In einem kleinen Café in Montmartre arbeitet sie als Kellnerin. Dort beobachtet sie aufmerksam die Menschen um sich herum: die Gäste, ihre Kollegen und die Bewohner des Viertels. Amélie selbst bleibt dabei meist im Hintergrund.

Eines Tages entdeckt sie in ihrer Wohnung eine alte Blechdose mit Kindheitsschätzen, die offenbar vor Jahrzehnten versteckt wurde. Sie macht den früheren Besitzer ausfindig und gibt sie ihm zurück. Seine überwältigende Freude wird für Amélie zum Wendepunkt. Sie beschließt, fortan im Verborgenen kleine Dinge zu tun, die das Leben anderer Menschen ein wenig glücklicher machen.

2. Akt

Während Amélie weiterhin heimlich das Leben der Menschen um sie herum beeinflusst, begegnet sie immer wieder einem jungen Mann in der Metro. Er heißt Nino und sammelt weggeworfene oder zerrissene Passfotos aus Fotoautomaten und fügt sie zu einem ungewöhnlichen Album zusammen. Als Amélie eines Tages sein verlorenes Sammelbuch findet, beginnt zwischen ihnen ein rätselhaftes Spiel aus Hinweisen, Zufällen und Begegnungen quer durch Paris. Gleichzeitig bleiben auch die Menschen aus Amélies Umfeld Teil ihrer kleinen Missionen. Im Café versucht sie ihrer Kollegin Gina zu neuem Glück zu verhelfen und den eifersüchtigen Stammgast Joseph von seiner Besessenheit zu befreien. Der zurückgezogene Schriftsteller Hipolito ermutigt sie, ihre eigene Geschichte zu wagen.

Während Amélie weiterhin das Leben anderer lenkt, steht sie schließlich vor der schwierigsten Aufgabe von allen. Sie muss den Mut finden, selbst sichtbar zu werden…

Amélie
Amélie

HINWEIS

Das Fotografieren und Filmen während unserer Vorstellung ist nicht gestattet. Bitte schaltet eure Mobiltelefone aus oder in den Flugmodus.

Slide zum Fotoautomaten

Pauline Schrank

Amélie Poulain

Louis Voosen

Dufayel, Raphaël Poulain

Leon Jung

Nino

Tabea Riba

Suzanne

Svea Christ

Georgette

Julia Schmidt

Gina

Ben Seibel

Joseph, Lucien

Emilia Ullmann

Philomene, Sylvie, Gartenzwerg

Aaron Boroviec

Hipolito, Sir Elton John

Noah Wiedemuth

Collignon, Mysteriöser Mann, Tourist

Lena Thon

Armandine Poulain, Blinde Bettlerin

Ben Müller

Dominique Bretodeau, Priester
Cast
Amelie Poulain
Pauline Schrank
Suzanne
Tabea Riba
Georgette
Svea Christ
Gina
Julia Schmidt
Nino
Leon Jung
Dufayel, Raphael Poulain
Louis Voosen
Joseph, Lucien
Ben Seibel
Philomene, Sylvie, Gartenzwerg
Emilia Ullmann
Hipolito, Sir Elton John
Aaron Boroviec
Collignon, Mysteriöser Mann, Tourist
Noah Wiedemuth
Armandine Poulain, Blinde Bettlerin
Lena Thon
Dominique Bredoteau, Priester
Ben Müller
Hinter den Kulissen
Inszenierung
Tammy Sperlich
Bühne und Kostüme
Christian Binz
Musikalische Leitung
Cynthia Grose
Choreografie
Tina Podstawa
Regieassistenz und Abendspielleitung
Merle Hoheneck
Jette Dunker
Maske
Konstanze Göllner-Ullmann
Yvonne Strubich
Licht
Thomas Knopp
Ton
Anton Wirz
Sascha Fein
Kostümanfertigung
Merle Espenhain-Mahler
Andreas Riedel
Tonzuspieler
Martin Boosfeld
Zugansagerin/Nachrichtensprecher
Lorène Schmied

Nikolas Knauf
Technischer Abenddienst
Thomas Knopp
Max Bayer
Fotos
Kai Myller
Plakat und Layout
Anja Merfeld

Tickets und Organisation Jugendtheater
Heike Müller
Produktionsleitung
Boris Weber

Ligne d’Amélie

Acht Stationen einer fabelhaften Reise. Entdeckee die Welt von Montmartre mit der Pariser Metro.

Départ

Enghien-les-Bains

Wo alles begann. Die Einsamkeit eines Kindes, ein Goldfisch namens „Blub“ und die erste Kamera.

Arrêt 02

Deux Moulins

Das Café in der Rue Lepic. Der Duft von Espresso und die Kunst, eine Crème Brûlée zu knacken.

Arrêt 03

Marché de la Butte

Getreidesäcke und Erdbeeren. Amélie findet hier die Magie in den kleinsten Dingen des Alltags.

Arrêt 04

Louise-Michel

Das Karussell unter Sacré-Cœur. Schauplatz der großen Schnitzeljagd nach dem blauen Fotoalbum.

Arrêt 05

Gare de l’Est

Zwischen Zügen und Träumen. Hier sammelt Nino Quincampoix die weggeworfenen Seelen aus dem Fotoautomaten.

Arrêt 06

Saint-Martin

Der Kanal. Ein Ort für Melancholie und das perfekte Hüpfenlassen flacher Kieselsteine auf dem Wasser.

Arrêt 07

Trois Frères

Bei Raymond Dufayel. Der „gläserne Mann“, der die Welt durch Renoirs Pinselstriche betrachtet.

Terminus

Pont des Arts

Das Finale. Die Brücke, auf der Amélie erkennt, dass sie ihr eigenes Glück nicht mehr aufschieben darf.

Unser kollektives Bild von Paris

Wir alle kennen Paris. Also Vielleicht?
Paris kommt nicht aus der Mode. Jede Generation entwirft ihr eigenes Bild
dieser Stadt und greift dabei auf gängige Stereotype zurück.

Im Jahr 2026 geschieht das hauptsächlich auf (Smartphone-) Screens: Serien wie EMILY IN PARIS (US/FR, seit 2020) und Lifestyle-Influencer:innen inszenieren Paris als Bühne für eine Welt aus pastellfarbenen Macarons, Haute Couture, dem glitzernden Eiffelturm bei Nacht und gewachsener Eleganz. Als Reaktion auf die Netflix Serie hat in den letzten Jahren eine ganze „Paris-Welle“ die Algorithmen dieser Welt okkupiert. Noch vor einigen Jahren waren es die großen Kinofilme, die in der Lage waren, so ein „Paris-Gefühl“ popkulturell zu erzeugen. Filme wie RATATOUILLE (US 2007) und LA BOUM (FR 1980) sind hier beispielsweise genannt. Auch der 2001 erschienene Film LE FABULEUX DESTIN D’AMÉLIE POULAIN (DIE FABELHAFTE WELT DER AMELIE, FR/DE 2001) die Grundlage dieses Musicals, zeichnet eine stilisierte Vorstellung von Paris. Es entsteht eine (vermeintliche) Vertrautheit, gleichgültig ob man die Stadt im realen Leben besucht hat oder nicht.

Dieser Paris-Zauber ist jedoch kein alleiniges Phänomen der Neuzeit. Schon im 19. Jahrhundert wurde Paris zur kulturellen Projektionsfläche. In Opern wie La Bohème oder La Traviata erscheint die Stadt als Schauplatz großer Gefühle, Ekstase bzw. künstlerischer Entfaltung. Rund um das Künstlerviertel Montmartre verdichtete sich das Ideal des „La Vie Bohème“, wo Orte wie das berühmte Varieté Moulin Rouge das Bild einer schillernden Vergnügungsmetropole prägten.

Dass dieses Gefühl dauerhaft trägt, zeigt sich immer dann, wenn Paris sich der Welt präsentiert. Als während der Olympischen Spiele 2024 Wettbewerbe vor historischen Kulissen stattfanden, wirkte die Stadt wie eine vertraute Szene aus Film und Literatur. Der Blick auf den Eiffelturm ist uns so allgegenwärtig, ob wir nun schon einmal dort gewesen sind oder nicht…

Felix Scheuer

Laecheln bitte! Erstelle deinen persoenlichen Amelie-Fotostreifen.

Das Wunder des Augenblicks

Philippe Delerm: Miracle de l’instant
(aus: Les instants suspendus)

Willy Ronis setzt nicht bewusst in Szene. Er gilt als der Fotograf des Überraschenden, des zufällig Entdeckten, des richtigen Augenblicks. So erzählt er, wie seine Hände noch von der Gipsarbeit schmutzig waren, als er seine Lebensgefährtin bemerkt, als sie sich gerade, nach der Mittagsruhe, an einem einfachen Waschbecken ihrer Toilette widmet. Es entsteht ein legendäres, so wenig vorgeplantes Foto. Seine stets von hinten aufgenommenen Aktfotografien, die schon um die ganze Welt gereist sind, deren Ausleuchtung uns bis ins Detail inszeniert erscheint… Sie verströmen ein sinnliches Herzklopfen, die Befriedigung eines ans Licht gekommenen Geheimnisses. 

Für Ronis aber bildet die Fotografie der Lastkähne aus dem Jahr 1959 den Höhepunkt. Auf das Brückengeländer gestützt, staunt er über den instabilen Verbund aus aneinander geketteten Lastkähnen, die unter ihm hindurchgleiten. Und auf dem letzten diese unglaubliche Szene: Zwei Jungen spielen auf dem tiefen Grund der riesigen, leeren Ladefläche. Einer der beiden sitzt als Fahrer auf einem ramponierten Gestänge, das wie der Rest eines alten Kinderwagens aussieht, ohne Aufsatz.  Der andere Junge begleitet ihn mit ausgebreiteten Armen in seinem Abenteuer. Ronis teilt mit ihnen diese Momente der Freiheit, die dieser unbestimmte, den Blicken verborgene Ort bietet, mitten auf der Seine! Man kann nicht die ganze Ladegrube einsehen, aber nirgendwo scheint wenigstens eine Nottreppe zu sein, auf der sich heraufsteigen ließe. Die Jungen spielen unter freiem Himmel, aber ist ihnen überhaupt bewusst, dass sie sich auf dem Wasser bewegen, hören sie das gleichmäßige Rattern der Motoren, durch deren Kraft dieses höchstwahrscheinlich äußerst schwierige Manöver, diese Fortbewegung gleich einer Raupe, überhaupt erst möglich wird, dieses Vorübergleiten kleiner metallischer Geräusche, die an der Schiffswand entlang huschen?

Die beiden Jungen sind längst verschwunden. Auch Willy Ronis ist gegangen. Es war ihm nur Zeit für eine einzige Aufnahme geblieben. Er zittert, als er zuhause ankommt. Welch ein Glücksgefühl, als er in der Dunkelkammer erkennt, welches Geschenk ihm das Leben gemacht hat. Das Geschenk, das sich vor seinen Augen entwickelt. Das Geschenk, das er uns hinterlässt. Alles, was Willy Ronis ausmacht: das Warten, der Blick, das Einfühlen.

aus dem Französischen von Peter Zorn

Musikalisch durch Paris

Das 3×3 der französischen Bistroküche

Fällt der Begriff französische Bistroküche sind wir schnell vor unserem geistigen Auge bei einer überbackenen Zwiebelsuppe im Löwentopf, wie sie seit Jahrhunderten in den überdachten Markthalle von Les Halles serviert wird oder einer Quiche Lorraine. Hier findet ihr ein wenig Abwechslung. Mit unserem 3×3 der französischen Bistroküche könnt ihr euch am Herd austoben. Es stehen euch für Vorspeise / Hauptspeise/ Dessert jeweils drei Schwierigkeitsgrade zur Verfügung. Lasst es euch schmecken 🍽️

Lasst es euch schmecken 🍽️

Danksagung

Wir danken unseren Sponsoren, der Kulturfabrik Koblenz für die freundliche Unterstützung der Produktion. 

Amélie

Basierend auf dem Film Die Fabelhafte Welt der Amélie
von Jean-Pierre Jeunet und Guillaume Laurent

Music by Daniel Messé
Lyrics by Daniel Messé and Nathan Tysen
Book by Craig Lucas

Deutsch von Frederike Haas

Die Aufführung von Amélie erfolgt durch
besondere Vereinbarung mit Concord Theatricals GmbH,
namens und im Auftrag von Samuel French, Inc.

Eine Produktion des Koblenzer Jugendtheaters 2026

Impressum:
Premiere am 07. März 2026 in der Kulturfabrik
Spielzeit 2026/27
Herausgeber:
Koblenzer Jugendtheater
Mayer-Alberti-Straße 11
56070 Koblenz
www.koblenzerjugendtheater.de
koju@koblenzerjugendtheater.de
Vertreten durch: Boris Weber, Vorsitzender
Redaktion: Felix Scheuer, Martin Boosfeld